ANNEGRET SOLTAU

 

*1946 Lüneburg (DE)

 ZITATE DER KÜNSTLERIN

MEIN ZENTRALES ANLIEGEN IST, KÖRPERLICHE PROZESSE IN MEINE BILDER MITEINZUBEZIEHEN, UM KÖRPER UND GEIST ALS GLEICHWERTIG ZU VER-BINDEN


GENERATIV:
Ausgelöst durch den Tod meiner Großmutter, bei der ich aufgewachsen bin, wurde ich mit meiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Daraus entstand die Idee, die eigene weibliche Kette darzustellen. Angefangen bei meiner Tochter bis hin zu ihrer Urgroßmutter ….Das junge Mädchen trägt schon den alten Körper, die alte Frau noch den jungen Körper in sich. Der schmerzhafte Prozess soll sichtbar bleiben. (1994)

Der Faden bedeutet aber auch etwas Verbindendes, Reparierendes, was die Risse zusammenbringt und -hält. Die Risse im Lebenslauf bleiben sichtbar wie die Falten als Lebenspuren. (1995)

Es existiert nichts, was wirklich unversehrt wäre. Das Leben selbst ist eine ständige Verletzung. Es genügt die Tatsache, dass wir älter, im Laufe der Jahre immer brüchiger und fragiler werden.


SCHWANGER:
Ich wusste, dass ich das, was ich tun wollte, in genau dieser Zeit tun musste. Die Schwangerschaften habe ich als Annäherung an meinen Körper erlebt. (1980)

Wenn ich mich darauf einlasse, schwanger zu werden und zu bleiben, dann bin ich ganz fest eingebunden in diesen Zeitlauf der neun Monate und ich kann nicht mehr aussteigen, also das ist das Zwingende und es endet immer mit der Geburt. (1978)

Es gibt ja diese Verpuppung in der Natur, wo ein Prozeß beendet wird und es zu einer Zerstörung kommt, damit etwas Neues entsteht. Die Hülle muß abgeworfen werden, um etwas Neuem den Weg zu bahnen.


PERMANENTE DEMONSTRATION:
Ein Versuch, Bewußtseinszustände auszulösen durch ”Realisierung” eines Bildes im ”wirklichen” Leben, d.h. ein Bild körperlich machen.
Die Linie, der Strich wird zu einer ”realisierten“ Linie, der Mensch wird Teil des Bildes. Linie und Mensch sind nicht mehr zwei entgegengesetze Dinge, sondern eine “einzige Wirklichkeit”.
Die Demonstration dient keinem nützlichen Zweck, auch nicht dem rein ästhetischen Vergnügen, sie soll vor allem das Bewußtsein mit dem Unbewußten verbinden. Ich möchte intuitiv arbeiten d.h. mit einer unmittelbar wahrnehmbaren Erfahrung. Ein ”Sich-selbst-Vergessen“ sollte erlangt werden, denn sobald wir nachdenken, überlegen und Begriffe bilden, geht uns, das Ursprüngliche verloren und wir engen uns durch feste Gedanken und feste Begrifflichkeit ein.
Durch die Demonstration soll versucht werden, ein Bewusstsein zu erreichen, welches nicht aus unserem täglichen Leben schwindet, sondern sich dort voll entwickelt.
(1975)

© Annegret Soltau


  • Atelierfoto
    Atelierfoto
  • Generativ-Mutter doppelt, Tochter, Urgroßmutter | Fotovernähung | 1996
    Generativ-Mutter doppelt, Tochter, Urgroßmutter | Fotovernähung | 1996
  • Pubertät (Mutter, Tochter) | Fotovernähung | 1995
    Pubertät (Mutter, Tochter) | Fotovernähung | 1995
  • Fine art Pigment Print | Ed. 5+2 AP | je 60 x 50 cm | 1976/2008
    Fine art Pigment Print | Ed. 5+2 AP | je 60 x 50 cm | 1976/2008
  • Pubertät (Mutter, Tochter) | Fotovernähung | 1995
    Pubertät (Mutter, Tochter) | Fotovernähung | 1995
  • Generativ-Tochter, Mutter Großmutter, Urgroßmutter | Fotovernähung
    Generativ-Tochter, Mutter Großmutter, Urgroßmutter | Fotovernähung
  • Rückseite Fotovernähung
    Rückseite Fotovernähung






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