THOMAS RIESS



*1970 Tirol (AT)

ZUR MALEREI VON THOMAS RIESS

 

Der Mensch ist täglich einer überbordenden suggestiven Bilder- und Medienflut ausgeliefert. Mit analytischer Herangehensweise schwimmt auch Thomas Riess in dieser Woge von Alltagsreizen, in der er das sinnlich Wahrgenommene wie Strandgut sammelt, um es dann als Anregung für seine künstlerische Interpretation zu nutzen. Gerade deshalb liegt sein zentrales Augenmerk in der Analyse des Menschen, in der Wechselwirkung mit seiner Umwelt. Dabei thematisiere er die mediale Beeinflussung und Inszenierung, die Schaffung künstlich gemachter Werte und den daraus entstehenden Verlust von Individualität. Immer wieder baut er Akteure und Attribute des Täglichen ein. Sobald sie jedoch der Realität zu nahe kommen, beraubt er sie wieder ihres Inhaltes oder ihrer Kenntlichkeit, um den Betrachter nicht in bereits ausgetretene Pfade zu führen.

 

Spiel mit Schein und Sein

Mit den Mitteln des Malers arbeitet er dabei bewusst mit Sujets, die an die auf uns einwirkende, globalisierte Medienflut anknüpfen und setze Stars und Models - uns als Idole suggeriert - in einen zu hin- terfragenden Kontext. Dabei bedient sich Riess dieser Bilder, um ein Individuum des Selfie-Zeitalters zu kreieren, das sich dem Verlust der eigenen Identität hingibt und dadurch letztlich mit seinen immer wie- derkehrenden, eigenen Schatten zu kämpfen hat. Sowohl in seiner Malerei, als auch in seinen Grafik-, Mixed Media- und Videoarbeiten stelle Thomas Riess Situationen in einen veränderten Kontext, indem er das Faktum mit der Fiktion paart: Das Ereignis mit der Erinnerung, Absehbares mit Unabsehbaren und dem Spiel mit Metaphern und Raum- anomalien.

Schlussendlich mündet alles in der Hinterfragung intersubjektiver Übereinstimmungen - in ein Spiel aus Sein und Schein.


  • IDOL, Öl auf Leinwand, 2017, 150 x 100 cm
    IDOL, Öl auf Leinwand, 2017, 150 x 100 cm
  • IDOL, Öl auf Leinwand, 2019, 150 x 110 cm
    IDOL, Öl auf Leinwand, 2019, 150 x 110 cm


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